Muang Ngoi – der zauberhafteste Ort in Laos

Eine Straße aus Sand. Vor den einfachen Bambushütten liegen die Hunde träge in der Sonne und schlafen. Hühner queren den Weg und picken hier und da ein Korn auf. Ab und zu sieht man ein Schwein im Gebüsch verschwinden. Im Hintergrund erheben sich die für die Region so typischen grün überzogenen Karstberge als sanfte Riesen die die Dörfer hier zu beschützen scheinen. Muang Ngoi verzaubert.

Auf dem Weg nach Muang Ngoi

Ich habe leider nur 10 Tage Zeit, mir einen Eindruck von Laos zu verschaffen. Daher muss ich mich entscheiden, ob ich von Luang Prabang aus nach Vang Vieng fahre, oder alternativ nach Muang Ngoi, einem abgelegenen Ort im Norden des Landes. Da ich mich wenn ich vor die Wahl gestellt werde immer für den abgelegeneren Ort entscheide und das noch nie bereut habe, mache ich mich eines Morgens mit einem Minibus auf nach Nong Kiaw.

Die Busse können in der Regel einfach über die Unterkunft in Luang Prabang gebucht werden. In Nong Kiaw findet man die Fähre rechts der Brücke. Von hier fährt ein Boot nach Muang Ngoi, anders ist der Ort nicht zu erreichen, und genau das macht seinen Zauber aus.

Muang Ngoi von oben. Der Fluss ist die einzige Möglichkeit, das Dorf zu erreichen.

Ein Ort wie ein Traum

Schon die Fahrt auf dem Nam Ou ist wunderschön, dicht bewaldete Hügel wechseln sich ab mit ein paar hier und da verstreuten Bambushütten am Ufer und grasenden Büffeln. Dagegen scheint Muang Ngoi schon fast groß wenn man es nach ca. 1 Stunde Fahrt erreicht.

Aber keine Sorge, obwohl es hier einige Unterkünfte gibt, und seit kurzem auch Strom, ist der Ort trotzdem ein kleines Paradies. Es gibt weder Geldautomaten noch Internet (zumindest als ich 2016 dort war, mittlerweile scheint sich das geändert zu haben).

Eine einzige Straße führt durch den Ort, hier kann man sich eine Unterkunft aussuchen. Die meisten haben Hängematten und Blick auf den Fluss. Die Aussicht auf den Nam Ou und die umliegenden Berge ist traumhaft schön, und es macht Spaß, das Treiben am kleinen Steg zu beobachten, wo immer wieder Boote an- und ablegen. Die Menschen und Tiere hier leben im Einklang mit sich und der Natur.

Die Hauptstraße.

Wanderung in die Dörfer

Wenn man langsam aber sicher an diesem Ort wo die Zeit stehen geblieben ist selbst das Zeitgefühl verloren hat, kann man sich auf den Weg in eines der umliegenden Dörfer machen. Gemeinsam mit Aurelie, die ich auf dem Boot kennengelernt habe, mache ich mich eines Nachmittags mit Gepäck für eine Übernachtung auf den Weg, die Umgebung zu erwandern. Man kann hier auch problemlos alleine wandern, der Weg ist offensichtlich und ungefährlich.

Weg vom Fluss Richtung Ortsausgang geht es zunächst zur Höhle, die ganz nett ist, aber nicht übermäßig beeindruckt. Allerdings was die Natur auf diesem Weg ansonsten für ein Schauspiel zu bieten hat ist mit Worten nur schwer zu beschreiben. Grün, wohin das Auge reicht, Reisfelder und umliegende Berge, und außer ein paar Bauern auf ihren Feldern sieht man kaum eine Menschenseele.

Durch diese Wahnsinns-Landschaft wandert man in die Dörfer.

Wir halten uns nach dem Fluss rechts und landen so in Bam Na, einem winzigen Dorf, was nur aus Bambushütten besteht. Gleich das erste Haus am Ortseingang hat zwei ganz einfache Bungalows die vermietet werden. Wir bezahlen 1€ / Person für die Übernachtung dort. Die Besitzerin spricht kaum englisch, ist aber super süß und gastfreundlich.

Die Tatsache, dass ich anscheinend schon in dem Alter bin, wo ich nachts mindestens einmal raus muss, hat mir ein weiteres Highlight beschert. Fernab jeglicher künstlichen Lichtquelle bot sich mir ein Sternenhimmel der seinesgleichen sucht. Die Millionen Sterne glitzerten und funkelten um die Wette während die Milchstraße schier den halben Himmel durchzog.

Die süßeste Bewohnerin von Bam Na.

Nachdem wir am nächsten Morgen mit Frühstück versorgt wurden, machen wir uns auf den Weg in das nächste Dorf. Dort werden wir von neugierigen Kindern begrüßt, die bei unserem Anblick sofort aus der Schule gerannt kommen. Wir und unsere Handys sind für sie um einiges spannender als der Unterricht.

Matheunterricht? Nee finden wir langweilig, zeig lieber mal was dein Handy alles so kann!

Dorfidyllen

Auch Huay Bo ist ein Idyll wie es im Buche steht. Wie selbstverständlich laufen Hühner und Schweine zwischen den Häusern umher, und hier gibt es ebenfalls die Möglichkeit eines Homestays und ein kleines Restaurant.

Anschließend laufen wir noch ein bisschen durch die umliegenden Felder. Hier ist wichtig, auf den Wegen zu bleiben, da Laos leider während des Vietnam-Kriegs so stark bombardiert wurde, dass heute noch jede Menge Blindgänger im Boden liegen. Zurück geht es zunächst auf demselben Weg durch die beiden Dörfer, bis zur Kreuzung am Fluss, von wo aus wir auch noch das dritte Dorf, Huay Sen, ansteuern.

Wir können einfach nicht genug bekommen und hätten ewig durch diese Landschaft wandern können. Die Wanderung ist nicht sehr weit und unschwierig, daher ist alles zu schaffen kein Problem. Die Tour ist auch als Tagesausflug ohne Übernachtung möglich. Wobei die Übernachtung so fernab der Zivilisation ein besonderes Erlebnis ist und auf jeden Fall empfehlenswert!

Dorf-Idyll in Bam Na.

Zurück in Muang Noi lohnt sich der Aufstieg auf den Aussichtsberg, eine schweißtreibende Angelegenheit teilweise über Leitern, die sich aber unbedingt lohnt. Ausklingen lassen kann man die Abende hier in einem der Restaurants, in denen es genauso entspannt zugeht wie im Rest des Landes.

Abstecher nach Nong Khiaw

Der Abschied von Muang Ngoi fällt schwer, aber ist wie immer laotisch. Das Boot ist kaputt und wird erstmal in aller Seelenruhe repariert. Für mich kein Problem, so kann ich in Ruhe nochmal die Landschaft aufsaugen und mir fest vornehmen, unbedingt eines Tages hierher zurück zu kehren.

Um nicht sofort wieder zurück in die Zivilisation zu müssen lege ich noch einen Stopp in Nong Khiaw ein. Auf der anderen Seite der Brücke kann man ebenfalls einen Aussichtsberg besteigen. Ich bin bis zum Sonnenuntergang oben, den anzuschauen sich definitiv lohnt.

Der Blick auf den Nam Ou, den Ort und die umliegende endlose Landschaft ist zauberhaft und die Stimmung wenn die Sonne hinter den Bergen untergeht etwas ganz besonderes. Mit Stirnlampe ist der Weg zurück auch bei Dunkelheit kein Problem. Es war schön in Nong Khiaw, aber für mich dennoch kein Vergleich mit Muang Ngoi. Es ist ein perfektes abgelegenes Paradies, was sich seinen Charme trotz der wachsenden Zahl an Backpackern bewahrt hat, und das wird hoffentlich noch ganz lange so bleiben.

Der Sonnenuntergang mit Blick auf Nong Khiaw ist magisch.

 

Hinkommen

Von Luang Prabang fahren Minibusse, das kann man einfach über die Unterkunft organisieren. In Nong Khiaw hält dieser kurz vor der Brücke, von hier geht man direkt runter zum Flussufer und kauft sich ein Ticket für das Boot. Auf dem Rückweg fuhr ich vom Busbahnhof am Ortsausgang ab.

Unterkommen

In Muang Ngoi gibt es zahlreiche Unterkünfte, am besten man wählt wegen der Aussicht eine am Fluss. Ich habe zuerst im Say Lom Guesthouse übernachtet, es ist das erste direkt rechts vom Steg. Das Doppelzimmer kostete dort ca. 6€ und der Besitzer ist super nett. Außerdem habe ich mir noch eine Übernachtung im auf Stelzen gebauten Neubau des Ning Ning gegönnt. Dort lag ich den ganzen Tag auf dem Balkon weil ich mich an der Aussicht einfach nicht satt sehen konnte. Die Aussicht von dort oben ist mit Sicherheit die schönste (wenn auch die teuerste) im ganzen Ort, der Preis liegt bei ca. 20€. In Ba Na und Huay Bo gibt es Homestays in welchen man für 1 – 2€ in einfachsten Verhältnissen übernachtet aber dafür umso herzlicher willkommen geheißen wird.


Ich freue mich, wenn dir mein Artikel gefallen hat und er dich zu einer Reise in das zauberhafte Muang Ngoi inspirieren wird. Wenn du magst, folge mir auf:

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