Luang Prabang: was du in der schönsten Stadt Südostasiens alles machen kannst

 

Laos wird für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Meine allererste Solo Reise führte mich in dieses Land was mit wunderschöner unberührter Natur beeindruckt und wo die Uhren viel langsamer ticken als anderswo.

Laos zeigt sich völlig unbeeindruckt vom Backpacker Massentourismus, mit dem die Nachbarländer Thailand, Kambodscha und Vietnam überrollt werden. Das überträgt sich sowohl auf die Menschen die dort leben als auch die Besucher die hierher kommen. Laos ist das entspannteste Land in dem ich jemals war. Und es ist das Land, in dem für mich alles begann.

Als die Propellermaschine aus Bangkok auf dem kleinen Flughafen Luang Prabangs landete, setzte ich zum ersten Mal als Solo-Reisende meine Füße auf den Boden eines fremden Landes. Es war der Moment, in dem ich süchtig wurde, nach dem Gefühl was mich erfasst, wenn ich alleine aus einem Flugzeug steige oder über eine Landesgrenze gehe. Ein Gefühl vollkommenen Glücks, gemischt mit ein bisschen Adrenalin, von dem ich ab diesem Tag nie wieder genug bekommen sollte.

Eine der Hauptstraßen in Luang Prabang. Verkehr gibt es bis auf ein paar Scooter hier kaum.

Luang Prabang soll die schönste Stadt Südostasiens sein. Jemand sagte mir dazu zynisch, das wäre nicht schwer, da die meisten Städte Südostasiens ja auch nicht sonderlich schön sind. Stimmt zwar, aber Luang Prabang ist dennoch ein außergewöhnlicher Ort.

Was daran liegt, dass hier die Hektik, die man ansonsten in Südostasien vorfindet, keinen Platz hat. Daran, dass der Mekong sich an die Langsamkeit des Lebens hier angepasst hat und träge durch die Stadt fließt. Daran, dass die Stadt aus süßen kleinen Häuschen mit französischem Kolonial-Einfluss und jeder Menge hübscher Tempel besteht.

Der Mount Phousi

Die ganze Schönheit Luang Prabangs entfaltet sich beim Blick von oben, auf dem Mount Phousi. Von hier lässt man den Blick über die geschwungenen Hausdächer schweifen, die aus dem Grün herausragen, umrahmt von dicht bewachsenen Bergen. Hier und da glitzern goldene Dächer der Tempel. Hier oben habe ich mich noch an meinem ersten Tag in Laos verliebt.

Blick auf Luang Prabang vom Mount Phousi.

In den Straßen Luang Prabangs

In Luang Prabang kann man erstmal bleiben. Ich habe mich stundenlang durch die Sträßchen treiben lassen, mir die zarten, glitzernden, detailverliebten Tempel angeschaut und bin von einem Café ins nächste gezogen. Man kann im Utopia, einem Backpacker Café/Restaurant/Bar auf der Terrasse liegen und den ganzen Nachmittag dem Nam Khan beim Fließen zuschauen.

Abends werden die Straßen und Restaurants mit phantasievollen Lichterketten beleuchtet und der Nachtmarkt lädt zum shoppen ein. Hier wird man weder bedrängt, etwas zu kaufen, noch übers Ohr gehauen. Auch das ist Laos. Die Menschen sind immer und überall wahnsinnig freundlich und zurückhaltend.

Nur einer der vielen Tempel Luang Prabangs.

Die Kuang Si Wasserfälle

Etwas außerhalb von Luang Prabang liegen die Kuang Si Wasserfälle. Gut erreichbar mit dem TukTuk, am besten man tut sich in der Unterkunft mit ein paar Leuten zusammen um die Kosten zu teilen. Das TukTuk wartet dort dann auch solange wie man eben am Wasserfall bleiben möchte. Auch TukTuk Fahrer haben hier keinen Stress!

Auf dem Weg zu den Wasserfällen kann man sich zunächst das Bear Rescue Center anschauen, wo in großen Gehegen Schwarzbären aufgepäppelt werden die von Wilderern gerettet wurden. Da sie von Spenden abhängig sind, kann man im Shop ein T-Shirt kaufen.

Die Wasserfälle selbst sind wunderschön, mitten im Wald fließt das Wasser von einem türkisen Pool in den nächsten. Es ist möglich in einigen der Pools zu baden. Absolut lohnenswert, wenn auch etwas schweißtreibend und rutschig, ist der Aufstieg zum obersten Punkt der Wasserfälle, wo man ebenfalls schwimmen kann, mit grandioser Aussicht auf die Umgebung.

Die Kuang-Si Wasserfälle.

Die Zeremonie der Bettelmönche

Eine weitere Attraktion Luang Prabangs ist die Zeremonie, wenn frühmorgens die Bettelmönche durch die Straßen ziehen und sich Essen abholen, welches die lokalen Frauen für sie gekocht haben. Leider wird diese durch chinesische Touristen-Gruppen so massiv gestört, dass ich mich selbst so geschämt habe ein Tourist zu sein, dass ich es mir nicht zu Ende angeschaut habe.

Es wird überall darauf hingewiesen, dass man sich die Zeremonie respektvoll und ruhig von der gegenüberliegenden Straßenseite anschauen kann. Leider interessiert das die Chinesen nicht, sie stellen sich mit den riesigen Objektiven ihrer Kameras den Mönchen in den Weg und setzen sich sogar zu den laotischen Frauen an den Straßenrand um den Mönchen Snacks zu geben, die diese zwar nicht essen aber auch nicht ablehnen dürfen.

Eine eigentlich heilige Zeremonie wird so leider ein trauriges Spektakel und Zeugnis dessen, was passiert, wenn Touristen die Kultur des Landes welches sie besuchen nicht respektieren.

Der Vipassana Tempel

Neben den zahlreichen Tempeln im Stadtzentrum gibt es etwas außerhalb auf einem Hügel gelegen noch einen weiteren, den Vipassana Tempel. Er ist vom Mount Phousi gut zu sehen. Ein Abstecher dorthin lohnt sich auf jeden Fall, entweder mit dem TukTuk oder zu Fuß. Verlaufen kann man sich eigentlich nicht, unterwegs sonst einfach fragen. Hier oben ist fast gar nichts los und neben einer neuen schönen Aussicht auf Luang Prabang findet man in dem hübschen kleinen Park ganz viel buddhistische Ruhe.

Buddhas findet man hier überall.

Das UXO Laos Visitor Center

Über einen wichtigen Teil der Geschichte Laos, von dem kaum etwas bekannt ist, kann man sich im UXO Laos Visitor Center informieren. Laos hält den traurigen Rekord als das Land inne, was im Verhältnis zur Bevölkerung weltweit am heftigsten bombardiert wurde. Noch immer gibt es als Folge des Vietnamkriegs überall im Land Blindgänger, die vor allem Menschen auf dem Land töten und verletzen, darunter viele Kinder, die beim Spielen Gliedmaßen verlieren. Es wird viel investiert, die Blindgänger zu finden, aber bei einer unfassbaren Menge von 80 Millionen Blindgängern die nach dem Krieg im Boden des Landes verblieben sind scheint das eine schier unlösbare Aufgabe.

Ein sehr bedrückendes Kapitel des Landes.

Luang Prabang hat mich in seinen Bann gezogen. Eine entspanntere Stadt findet man in ganz Südostasien nicht. Die Menschen hier leben nach ihrem eigenen Rhythmus und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Von dieser unendlichen Ruhe wird man vom ersten Tag an erfasst und kann hier ganz wunderbar entschleunigen.


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