6 Gründe warum alleine reisen als Frau manchmal nervt

 

Alleine reisen ist toll, alleine reisen ist großartig, alleine reisen hat nur Vorteile. Fast. Denn so sehr ich alleine reisen liebe, es gibt ein paar Nachteile, einige davon speziell für Frauen.

1. Entscheidungen treffen

Der Vorteil, dass man alle Entscheidungen allein treffen kann ist manchmal auch ein Nachteil. Man hat niemanden, mit dem man sich beraten kann, welche Entscheidung die beste ist. Mein Ding war Entscheidungen zu treffen noch nie. Ich brauchte mein Leben lang immer jemanden, den ich um seine Meinung fragen kann, selbst wenn es nur um die Bestätigung geht, dass meine Entscheidung die richtige ist.

Auf meinen ersten solo Reisen habe ich mir teilweise tagelang das Hirn zermartert, wenn eine Entscheidung anstand und mich damit ziemlich gestresst. Mit der Zeit bin ich gelassener geworden. Normalerweise reicht es bei einer Entscheidung, die ich gerade nicht treffen kann, einfach eine Nacht darüber zu schlafen. Ich habe gelernt, mir selbst zu vertrauen.

Egal wie man sich hier entscheidet, der Weg wird immer schön sein.

2. Finanzielles

Ich nenne das Alleinreisenden-Diskriminierung. Einzelzimmer, Einzel-Zuschlag bei Gruppenaktivitäten, alleine ein Taxi oder einen Fahrer buchen. Es ist immer teurer als zu zweit. Kosten für Unterkünfte, Mietwagen etc. kann man sich nicht teilen. Klar trifft man unterwegs Gleichgesinnte, mit denen man sich zusammenschließen kann, und oft klappt das auch. Aber eben nicht immer.

3. Aufdringliche Typen

Man wird alleine als Frau eher (von Männern) angesprochen und/oder belästigt. Manche Männer denken, dass die Tatsache, dass man allein unterwegs ist für sie einen Freifahrtschein darstellt, sofort loszubaggern. Es ist für sie unverständlich, dass man aus eigenem und freiem Willen alleine ist. Sie sind vielmehr der Meinung, dass man von ihnen von diesem Märtyrium erlöst werden möchte. Hin und wieder muss man ziemliche Diskussionen führen, warum genau man denn jetzt nicht „mehr“ von ihnen möchte.

Gerade in konservativ geprägten Ländern hilft es, einen Fake Ehering zu tragen und im Fall der Fälle auf den Ehemann aufmerksam zu machen, der gerade im Hotel ein Nickerchen macht / auf Arbeit ist / zu dem man gerade unterwegs ist. Das wird meist respektiert. In afrikanischen Ländern sind die Menschen meist selbst lockerer in Beziehungsdingen, und es ist ihnen daher egal, dass man (angeblich) verheiratet ist. Hier muss man notfalls auch mal deutlich werden oder einfach weggehen.

4. Essen gehen

Ich wäre früher im Traum nicht darauf gekommen mich alleine in ein Restaurant zu setzen. Aber ich habe festgestellt, dass mir das überhaupt nichts ausmacht. Im Gegenteil, ich genieße es sogar. Einfach mal nicht reden kann so angenehm sein. Wenn man möchte, kann man herrlich unsozial die ganze Zeit über mit dem Handy rumspielen. Oder einfach bei einem Glas Wein die Aussicht genießen. Andere Gäste beobachten und belauschen.

Wem das nicht ganz so leicht fällt, einfach ein Buch mitnehmen. Die Zeit nutzen Familie und Freunden Nachrichten zu schicken (kostenloses W-Lan ist in vielen Ländern in Restaurants & Cafés selbstverständlich).

Oft sind Kellner oder Restaurantbesitzer super nett und unterhalten sich gerne mit alleinreisenden Gästen. Wenn einem als Einzelperson ein „Katzentisch“ angeboten wird kann man einfach höflich auf einen anderen freien Tisch aufmerksam und fragen ob es auch OK ist wenn man sich dorthin setzt. Leicht ins Gespräch kommt man auch, wenn man sich an die Bar setzt.

Bei so einer Aussicht lässt sich das Essen ganz besonders genießen.

5. Das Unverständnis

In konservativen Ländern kommt die Frage „Are you traveling alone?“ super oft und immer schwingt in der Stimme eine Mischung aus Entsetzen und Neugier mit. Gerade in muslimischen Ländern ist das Konzept, dass eine Frau alleine unterwegs ist noch sehr abstrakt. In Kirgistan, wo eine Frau die mit 25 Jahren noch nicht verheiratet ist „abgelaufen“ ist, lies sich bei vielen das Mitleid nicht verbergen. Es wurde mehr als einmal versucht, mich an einen kirgisischen Mann zu vermitteln.

Klar kann man von einem angeblichen Ehemann erzählen. Ich bin allerdings der (vielleicht naiven) Meinung, dass meine Auskunft darüber, warum ich gerne alleine reise, vielleicht ein paar festgefahrene Rollenbilder ein winziges bisschen lockert. Auch wenn das manchmal anstrengend ist und man merkt, dass es nicht unbedingt ankommt.

In Kirgistan ist die Rollenverteilung noch sehr traditionell.

6. Die Sicherheit

Im Endeffekt muss man als alleinreisende Frau in manchen Situationen vorsichtiger sein als Männer. Wichtig ist ein gesunder Menschenverstand und im Zweifel immer auf den Instinkt hören. Ich habe bisher zum Glück nur positive Erfahrungen gemacht. Bei vielen Menschen, denen man begegnet, setzt bei alleinreisenden Frauen der Beschützerinstinkt ein.

Klar, wenn es ganz dumm läuft sind wir am Ende schwächer und verletzlicher (außer in denjenigen asiatischen Ländern, in denen die Männer kleiner als europäische Frauen sind). Man muss sich allerdings bewusst sein, dass Übergriffe auf Frauen überall passieren können, auch zu Hause in Deutschland auf dem Heimweg. Das ist kein spezielles Problem des „gefährlichen Auslands“.


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Wer steckt hinter Sunsets & Summits?

Servus, ich bin Annika. Auf der Suche nach den traumhaftesten Sonnenuntergängen und Gipfeln mit den atemberaubendsten Aussichten reise ich durch die Welt. Besonders angetan haben es mir außergewöhnliche Länder. Über die Abenteuer, die ich in diesen als alleinreisende Frau erlebe, berichte ich euch hier. 

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